Bodenfilter
2. Aufbau und Funktionsweise
Für den Rückhalt absetzbarer Stoffe ist dem Retentions-Bodenfilter (RBF) zwingend eine Absetzstufe (RKB im Trennsystem bzw. RÜB im Mischsystem) vorzuschalten. RBF sind grundsätzlich gegen den Untergrund als geschlossene Systeme auszubilden bzw. abzudichten. Über der Abdichtung ist ein flächenhaftes Dränsystem in einer Kiesfilterschicht ausgebildet, über dem Dränsystem wird der Filterkörper aufgebaut.
An das Filtersubstrat von Retentions-Bodenfiltern werden hohe, teilweise konkurrierende Ansprüche gestellt. In Abhängigkeit von den Zielvorgaben und den Eigenschaften des zu behandelnden Abflusses ist ein geeignetes Sub-strat auszuwählen. Nach heutigem Erkenntnisstand wird der Filter grund-sätzlich einschichtig mit Sand einer ausgewählten Körnungslinie aufgebaut. Werden spezielle Anforderungen wie Keimreduzierung oder Phosphorrückhalt an den Bodenfilterablauf gestellt, ist ein Gutachter hinzuziehen. Eine Qualitätskontrolle des Materials muss vor und während des Filtereinbaus erfolgen.
Um Verschlämmungen der Filteroberfläche zu vermeiden, werden RBF mit Schilf bepflanzt. Die Schilfvegetation verhindert eine Verschlämmung und Verkrustung der Filteroberfläche. Des weiteren gewährleistet die Durchwurzelung die hydraulische Durchlässigkeit.
Kleinere Zuflussereignisse versickern spontan im Zulaufbereich, größere Ereignisse führen zum Einstau; ca.10 % der Ereignisse pro Jahr werden durch Überlaufleitungen bzw. ein Überfallwehr entlastet. Sämtlicher im Retentionsraum aufgefangener Regenabfluss wird im Bodenfilter versickert, bei der Bodenpassage gereinigt und in einem Dränagenetz gesammelt und dem Ablaufschacht zugeführt.
Zur Einhaltung der erforderlichen Aufenthaltszeit wird der Filterablauf gedrosselt. Das aus dem Ablauf- / Probenahmeschacht ablaufende, gefilterte Regenwasser wird in ein Gewässer eingeleitet bzw. kann ggfs. versickert werden.
Retentions-Bodenfilter sind ausgesprochen wartungsarm. So musste z.B. der Bodenfilter Waldangelloch in mehr als 10-jährigem Betrieb nur 1-mal zur Entfernung von Gehölzaufwuchs betreten werden. An Unterhaltungsarbeiten wird lediglich eine 2-malige jährliche Mahd der Außenanlagen durchgeführt.
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