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Konstruktion / Bau

Ein Retentions-Bodenfilter besteht aus folgenden Komponenten:

  1. Filter
  2. Dränsystem
  3. Abdichtung
  4. Retentionsraum
  5. Bepflanzung
  6. Zulauf-/Verteilerbauwerk
  7. Ablaufbauwerk
  8. Überlaufbauwerk

Dem Retentions-Bodenfilter ist für den Rückhalt absetzbarer Stoffe zwingend eine Absetzstufe (Regenklärbecken / Regenüberlaufbecken) vorzuschalten, um das Risiko einer Kolmation zu verhindern bzw. zu verringern.

Aufgrund der hohen hydraulischen Belastung der Retentions-Bodenfilter ist ein leistungsfähiges Dränsystem aufzubauen. Das durch den Filter perkolierte, gefilterte und gereinigte Wasser wird deshalb gleichmäßig über eine Filterkies-Schicht 2/8 mm von einem flächigen, horizontal verlegten Dränagenetz aus Dränleitungen und Dränsammelleitungen aufgenommen und abgeleitet. Bei der Wahl der Körnung der Kies-Dränschicht ist die Filterstabilität gegenüber der darüberliegenden Schicht und den Dränschlitzen
nachzuweisen.

Retentions-Bodenfilter sind grundsätzlich gegen den Untergrund als geschlossene Systeme auszubilden. Dadurch sind Unwägbarkeiten hinsichtlich Verbleib und Qualität des gefilterten Wassers ausgeschlossen. Zum anderen ist das Eindringen von Grundwasser unterbunden, und es ist in der Entwicklungsphase der Schilfvegetation ein gelegentlicher Einstau/Überstau
des Filters zur Unterdrückung der Fremdvegetation sowie die Steuerung/Drosselung des Ablaufes zur Gewährung der Mindestaufenthaltszeit möglich.

Das Herz der Retentions-Bodenfilter-Anlage bildet der Filterkörper. Dieser wird in der Regel einschichtig mit ausgewähltem Sand 0/2 mm aufgebaut.

Die Filterdicke beträgt bei Normalanforderungen im Mischsystem zwischen 0,75 und 1,00 m, im Trennsystem zwischen 0,50 und 0,75 m. Zur besseren Strukturierung der eingetragenen Sedimente wird die Filteroberfläche mit einer Dränkies-Schicht abgedeckt.

Die begrenzte Infiltrationsleistung des Filterkörpers und die Notwendigkeit einer gleichmäßigen Filterbelastung bedingen die Ausbildung eines Retentionsraumes. Da beim Bodenfilter-Verfahren sehr große Wassermengen erfasst und behandelt werden, sind verhältnismäßig große Retentionsräume erforderlich.

Bei der Wahl der Einstauhöhe ist sowohl die hydraulische Filterbelastung als auch die auf die Filterfläche aufzubringende Stofffracht zu beachten.

Empfehlenswerte Einstauhöhen liegen in der Spannbreite von 0,50 - 1,50 m, wobei der untere Bereich für die Anlagen im Trennsystem, der obere für die Anlagen im Mischsystem gilt.

Nachteil gegenüber Fällungs-/Flotationsverfahren ist der große Flächenbedarf.

Retentions-Bodenfilter sind jedoch den anderen Verfahren im Hinblick auf Wartung, Unterhaltung und Kosten überlegen.

Retentions-Bodenfilter können bei entsprechender Einbindung bereichernde Elemente in der Landschaft darstellen.

Bild 3.1: Regelquerschnitt Retentions-Bodenfilter

Bild 3.2: Beladung eines Teleskop-Förderbandes mit Filtersubstrat

Bild 3.3: Einbau Filtersubstrat

 

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